Zukunftsperspektiven Ofensetzer
25. Oktober 2018
steinmueller@brunner.de

Zukunftsperspektive Ofensetzer - gibt es sie oder handelt es sich um einen Beruf, der vom Aussterben bedroht ist? Eine Studie von Prognos, einem der ältesten Wirtschafts- und Beratungsunternehmen Europas, befasste sich im Jahr 2013 mit der Frage nach der Zukunft des Handwerks. Das Ergebnis war erstaunlich.

38.000 neue Arbeitsplätze durch „green jobs“, so titelte das Deutsche Handwerksblatt. Grundlage dieser Aussage bildete eine Studie, die vom Deutschen Handwerkskammertag und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks in Auftrag gegeben wurde. Erwartet wird ein hohes Auftragsvolumen durch die Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz.

Das Handwerk allein ist mit 30 verschiedenen Gewerken an der Umsetzung der Energiewende beteiligt. Besonders gefragt seien Fachkräfte mit „Green Skills“, z. B. für die Wartung und Installation von neuen Anlagen. Rund 80 % der Betriebe im Handwerk sehen darin eigene Arbeitsschwerpunkte. So auch der Ofensetzer.

„Green job“ Ofensetzer - mit Kamin- und Ofenbau in eine grüne Zukunft

Was hat der Beruf des Ofensetzers mit einem „green job“ zu tun? Gerade in Zeiten permanenter Feinstaubdiskussionen durch Öfen und Kamine drängt sich diese Frage geradezu auf. Dabei gibt es längst umweltfreundliche Heizanlagen, die nicht nur das ganze Jahr kontinuierlich heizen, sondern auch für warmes Wasser sorgen - und das in Kombination mit regenerativen Energien. Mit dem klassischen Beruf des Ofenbauers, der „nur“ Öfen baut, hat der Ofensetzer also nur noch bedingt etwas zu tun.

Der Beruf hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und erfordert inzwischen nicht mehr nur handwerkliches Geschick und Kreativität, sondern auch ein besonderes Verständnis für Technik und regenerative Energien - ein anspruchsvoller Beruf, der auch künftig gefragt sein wird. Auch die Entwicklungschancen sind in dem Beruf hervorragend. Wer unabhängig sein möchte, kann sich selbstständig machen. Doch auch als Betriebsleiter in einem Kaminbau-Unternehmen warten jede Menge Herausforderungen auf den Ofensetzer.

Zukunftsperspektive Ofensetzer - gefragter denn je

Auszubildender_Ofenbau

Die Jobchancen für einen Ofenbauer sind nach wie vor sehr gut. Bundesweit werden ausgelernte Ofen- und Luftheizungsbauer händeringend gesucht. Ähnlich sieht es bei der Lehrstellensuche aus. Viele Ofenbaubetriebe suchen Lehrlinge, finden aber keine. Als Grund für den Mangel zählt der geringe Bekanntheitsgrad des Berufes. Viele Schüler kennen den Beruf gar nicht.

Mit einem Gehalt zwischen 2.200 Euro und 3.000 Euro brutto im Monat verdient der Ofensetzer nicht üppig, aber trotzdem moderat. Wer sich fortbildet und Meister wird, kann sich als Ofensetzer selbstständig machen und sein Einkommen sowie die Arbeitszeiten selbst festlegen.

Ein zusätzlicher Lohn ist der Spaß, die Vielfalt der Materialien und Aufgaben sowie ein gewisses Maß an Freiheit bei den Aufträgen. Bei vielen Kunden können Ofensetzer ihre eigenen Vorstellungen einbringen und umsetzen. Hat der Kunde individuelle Wünsche, sind der Fantasie ebenfalls keine Grenzen gesetzt. Gemacht wird, was möglich ist, und den Brandschutzvorgaben entspricht.

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Auch die Vielfalt der Materialien macht den Beruf des Ofensetzers so abwechslungsreich. Natur- oder Sandstein, Keramik oder Stahl gehören zu den gängigen Materialien, die verbaut werden. Dabei kann durchaus der eine oder andere Sonderauftrag dabei sein, der viel Fachwissen, Geschick und Kreativität erfordert - ein Beruf für Macher und Könner eben.

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Aufträge wird es auch künftig genug geben. Die Gemütlichkeit und Wärme des Feuers ist nach wie vor bei den Deutschen beliebt und wird nach wie vor in den Wohnräumen vorhanden sein. Wenn in 10 oder 20 Jahren viele Büro-Berufe der Digitalisierung zum Opfer gefallen sind, wird es immer noch den Ofensetzer geben. Denn eins ist klar: Die Erfahrung, die Kreativität und das eben das Handwerk kann auch in Zukunft nicht durch eine Maschine ersetzt werden.

 

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