Der Ofenbauer: Der Beruf, der aus der Reihe tanzt
20. September 2018
steinmueller@brunner.de

Dieser Beruf ist im wahrsten Sinne des Wortes jederzeit brandaktuell, denn: Wer wünscht sich kein heimeliges Feuer für sein Zuhause? Während draußen bei Kälte oder schlechtem Wetter gefühlt die Welt „untergeht“, zieht man sich nach einem anstrengenden Tag in sein behagliches, harmonisches Reich mit Feuerstätte zurück. Dekoratives Flair, angenehme Wärme, ein knisterndes Holzfeuer. Da kommt man schnell ins Schwärmen. Und das Beste an der Sache: Eine einzige Person, nämlich der Fachmann Ofensetzer, macht’s möglich. Dieser Fachmann muss allerdings einiges drauf haben, damit so ein Bauwerk Ofen oder Kamin in einem Zuhause überhaupt erst entstehen kann:

1. Der kundenorientierte Berater & Menschenversteher

Eines ist mal ganz klar: Eine fachkundige und individuelle Beratung steht an erster Stelle bevor etwas gebaut werden kann. Vor der Beratung muss der Ofensetzer aber erst einmal herausfinden, wie sein Kunde „tickt“, wie dieser lebt, wie seine Wohnsituation aussieht und welche Vorstellungen er hat. Sensibilität und ein offenes Ohr muss der Ofenbauer jederzeit mitbringen, denn mit einer Feuerstätte sind für den Kunden immer Emotionen verbunden. Ist er über alle wichtigen Infos zum Kunden im Bilde, berät der Fachmann, bis die individuell passende Feuerstätte für den Kunden gefunden ist.

2. Der Projektmanager

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Dann kann’s losgehen, das Projekt Ofen- oder Kaminbau wird gestartet: Von allen benötigten Materialien, Berechnungen bis hin zu den konkreten Arbeitsabläufen muss jeder Schritt geplant und durchdacht werden. Nicht zu vergessen ist dabei der wichtige Austausch mit Kollegen. Je nach Anlage benötigt der Ofenbauer Keramik, Holz oder andere Baustoffe, die bei den entsprechenden Handwerker-Kollegen natürlich rechtzeitig organisiert werden müssen.

Die Anlagenplanung selbst ist wie auch bei einem Architekten sehr modern: Die Konstruktion wird mit CAD-Software erstellt, so kann der Fachmann diese unter realistischen Bedingungen im Wohnraum des Kunden simulieren. Welcher Kunde ist da nicht angetan, wenn er das Bauwerk schon vor seinem geistigen Auge genießen kann?

3. Der kreative Kopf & Materialexperte

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So individuell wie die Wünsche des Kunden sind, so maßgeschneidert und einzigartig soll das Ergebnis werden. Da muss sich der Ofensetzer jedes Mal aufs Neue etwas einfallen lassen. Eine kreative Ader, ein hervorragende räumliche Vorstellungskraft in Kombination mit technischem und fachlichem Wissen sind Eigenschaften, die ihn ausmachen.
Wie ein Bäcker sich mit der Verarbeitung von Milch, Zucker und Mehl auskennen muss, so muss der Ofenbauer über verschiedene Materialien wie Metallen, Natursteinen oder Putz Bescheid wissen. Ganz wichtig: Der Hafner ist außerdem der Experte in Sachen Brennstoffarten wie Holz, Gas oder Strom.

4. Der exakt arbeitende Handwerker & Mathematiker

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Arbeitet der Ofensetzer nicht genau, kann es ihm ähnlich ergehen, wie dem Architekten Numerobis aus dem Zeichentrick-Klassiker Asterix und Kleopatra: Zwar kracht das Bauwerk nicht unbedingt gleich zusammen, dafür bahnen sich aber möglicherweise Heizgase aus der Feuerstätte ihren Weg in den Raum. Solche Fehler sind nicht nur ärgerlich und unschön, sondern können zudem sehr gefährlich werden. Aus diesem Grund sind eine sorgfältige Arbeitsweise sowie detaillierte und exakte Berechnungen unerlässlich.

5. Der Techniker & Elektroniker

Manuelle und maschinelle Bearbeitung von Bauteilen, Aufstellung und Instandhaltung von Heizeinsätzen: All dies und noch einiges mehr muss der Hafner tagtäglich leisten können.
Der Einbau von elektronischen Geräten, wie beispielsweise einer elektrischen Wärmeofensteuerung darf ebenfalls nicht fremd sein:

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Erneuerbare Energien sind für den Ofensetzer ein relevantes Thema: Hightech-Anlagen beziehen von Öfen oder Kaminen Energie, entweder zur Beheizung von Warmwasser oder dem Gebäude. In Kombination mit Solaranlagen, Wärmepumpen oder Wasser-Wärmetauschern ermöglicht der Ofensetzer in Zusammenarbeit mit dem Heizungsbauer tolle Energiekonzepte.

6. Verkaufstalent


Ein gutes Verkaufstalent ist immer von Vorteil: Wer verschiedene Heizsituationen, sich als Innenraumarchitekt und Künstler gut präsentieren und von seiner Kompetenz überzeugen kann, macht sich schnell einen Namen.
Wer noch dazu Ungewöhnliches bauen und besondere Kundenwünsche umsetzen kann, dem winken besonders gute Verdienstmöglichkeiten.

Fazit

Fasst man die verschiedenen Talente abschließend zusammen, so müsste der Beruf des Ofenbauers eigentlich als „All-in-One“-Beruf bezeichnet werden. Langeweile in seinem Beruf? Fehlanzeige! Das Köpfchen wird immer gefragt sein, die Technik bleibt nicht stehen, die Kundenwünsche sind vielfältig. Als wahrer Allrounder ist kein Tag wie der andere, da bleibt‘ s immer spannend.

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